![]() |
|
Darwins Theorie der natürlichen Selektion geht davon aus, dass sich Mitglieder der selben Art genetisch voneinander unterscheiden - auch wenn Darwin selber damals nichts von Genen wußte. Für die Ausbildung neuer Merkmale sind vor allem Mutationen, also Veränderungen in der Erbsubstanz Desoxyribonucleinsäure (DNS), verantwortlich. Die DNS mutiert entweder auf natürlichem Wege, weil sie zum Beispiel im Verlauf der Bildung von Samenzellen falsch kopiert wird, oder durch Strahlung und die Einwirkung von Chemikalien. Die meisten Mutationen sind nicht vorteilhaft, sondern rufen Krankheiten oder Mißbildungen hervor. Manchmal jedoch können sie einem Individuum mit einem neuen Merkmal einen Überlebensvorteil verschaffen, so dass die Eigenschaft mit den Genen an die Nachkommen weiter gegeben wird. Geschieht dies nacheinander mit mehreren Merkmalen, bilden und addieren sich neue Charakteristika über zahlreiche Generationen schrittweise in einer Population, bis sie eine neue Art bilden und sich nicht mehr der Ursprungsart und mit anderen, verwandten Arten fortpflanzen können. Ein Beispiel: die Milch macht's. In Nordeuropa gehört Milch zu den alltäglichen Lebensmitteln und wird zumeist als ein Lieferant von wertvollen Mineralstoffen und Vitaminen angesehen. Nur eine geringe Zahl von Leuten - etwa 5% der Bevölkerung - reagiert auf Milch mit Erbrechen und Durchfall. Die für uns normale Eigenschaft, auch jenseits des Kleinkindalters Milch verdauen zu können, ist jedoch eine Mutation.
Nordeuropäer und Südostasiaten sind aber deswegen keine unterschiedlichen Arten, denn sie unterscheiden sich nicht ausreichend stark in mehreren Merkmalen - deswegen können sie natürlich auch gemeinsame Nachkommen haben. |